Schließe dich Familien weltweit an, die ihren Kindern mit Voiczy helfen, eine neue Sprache zu sprechen.
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Von Ebru aus dem Gründungsteam von Voiczy
Veröffentlicht am: · Aktualisiert am:
Kurze Antwort: Gib jeder Sprache einen festen Platz im Tag deines Kindes – und zwar über Jahre. Am einfachsten geht das mit eine Person, eine Sprache: Jeder Elternteil spricht mit dem Kind immer seine eigene Sprache. Rechne damit, dass dein Kind Sprachen mischt und mehr versteht, als es sagt; beides sind ganz normale Phasen. Schütze die Familiensprache, denn um die Landessprache kümmert sich die Schule – und sorge dafür, dass Großeltern und andere Sprecher im Leben deines Kindes bleiben.
In unserer vernetzten Welt ist es wertvoller denn je, mehr als eine Sprache zu sprechen. Wir ziehen selbst ein mehrsprachiges Kind groß und möchten mit dir teilen, was bei uns funktioniert hat, was nicht und was wir unterwegs von Fachleuten gelernt haben.

Mein Partner und ich haben unterschiedliche kulturelle Wurzeln und sprechen verschiedene Sprachen. Als unser erstes Kind kam, haben wir eine Regel aufgestellt: Ich spreche meine Muttersprache mit ihm, mein Partner seine. Dieser Ansatz heißt Eine Person, eine Sprache (OPOL). Es ist eine bekannte Strategie, mit der Kinder von Geburt an ganz natürlich zwei Sprachen lernen. Mit zwei Jahren sprach unser Sohn beide Sprachen so gut, wie man es in seinem Alter erwarten würde.
Dazu kam noch eine Herausforderung: Wir leben als Expats in den Niederlanden, Niederländisch würde also die dritte Sprache unseres Kindes werden, gelernt in der Kita. Wir hatten Sorge, dass er die Sprachen vermischt und im Niederländischen langsamer vorankommt als erwartet. Nach einem Gespräch mit seinen Erzieherinnen empfahlen sie Logopädie (auf Niederländisch logopedie), um sein Niederländisch zu fördern, und gaben uns wertvolle Tipps.
Auf ihren Rat hin haben wir mit der Logopädie begonnen und die Tipps umgesetzt. Anfangs gingen wir alle drei Wochen zu einer Logopädin, aber in diesem Rhythmus ging es nur langsam voran. Nach ein paar Monaten wechselten wir zu einer Therapeutin, die wir jede Woche sehen konnten – und die Fortschritte kamen schneller und waren deutlicher zu sehen.
Unsere erste Therapeutin riet uns, zu Hause nur eine Sprache zu sprechen, aber wir hatten das Gefühl, dass das nicht zu unserer Familie passt. Die zweite hatte mehr Erfahrung mit zweisprachigen Kindern, ermutigte uns, bei OPOL zu bleiben, und versicherte uns, dass unser Weg für unser Kind der richtige ist. Das deckt sich mit dem, was die meisten aktuellen Studien und Fachleute für mehrsprachige Familien sagen: Dein Kind muss keine Familiensprache aufgeben, um die Schulsprache zu lernen.
Damit unser Sohn mit beiden Kulturen und mit verschiedenen Akzenten verbunden bleibt, telefonieren wir jeden Tag per Video mit unseren Familien: Geschwistern und Eltern. Bei diesen Anrufen lassen wir ihn ganze Gespräche führen, ohne ihn zu unterbrechen. Wir halten das Handy und ermutigen ihn, das Gespräch zu beginnen, sodass es sich anfühlt, als würde er selbst Oma und Opa anrufen. Das stärkt sein Selbstvertrauen und die Bindung zu seinen Großeltern – und auch ihnen tut es gut. Großeltern spielen eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden von Kindern, deshalb lohnt es sich, diese Verbindung zu pflegen.
Wenn du weit weg von deinen Eltern lebst, kann dein Kind dank regelmäßiger Videoanrufe seine Familiensprache ganz frei mit Menschen sprechen, die sie gern von ihm hören.
Gegen Schüchternheit helfen auch Sprachnachrichten. Wir starten die Aufnahme und ermuntern unseren Sohn, für Oma und Opa eine Geschichte zu erzählen oder ein Lied zu singen, und schicken es dann ab. Wenn eine Sprachnachricht zurückkommt, fühlt er sich gehört und wertgeschätzt – das stärkt sein Selbstwertgefühl.
Die meisten unserer Methoden sind digital, weil wir weit weg von unseren Familien leben. Wenn ihr näher dran wohnt, sind regelmäßige Besuche und Großeltern, die ihren Teil beitragen, sogar noch besser.
Zweisprachigkeit prägt mehr als die Kommunikation: Sie bestimmt, mit wem dein Kind sprechen kann, mit welchen Geschichten es aufwächst und wie es die Welt sieht.
Manche Studien zeigen, dass zweisprachige Kinder bei Aufgaben besser abschneiden, bei denen sie die Aufmerksamkeit wechseln oder Ablenkungen ausblenden müssen; andere finden kleine oder gar keine Unterschiede. Die Forschungslage ist wirklich uneinheitlich, sei also vorsichtig, wenn dir jemand ein „klügeres“ Kind verspricht. Unbestritten ist aber: Kinder können zwei oder mehr Sprachen lernen, ohne dass ihre Entwicklung darunter leidet, und die praktischen Vorteile sind echt.
Mit zwei Sprachen können Kinder eine Beziehung zu beiden Seiten der Familie aufbauen und mit Großeltern und Verwandten in der Sprache reden, die diese lieben.
Eine zweite Sprache öffnet später im Leben Türen: im Studium, im Beruf, auf Reisen und in vielfältigen Gemeinschaften direkt vor der Haustür.
Wer mit mehr als einer Sprache aufwächst, spürt ganz selbstverständlich, dass man die Dinge auf mehr als eine Weise sehen kann.
Wenn du dein Kind auf seinem zweisprachigen Weg begleiten willst, hilft es zu wissen, was dich in welchem Alter erwartet.
0–3 Jahre: das Fundament legen
3–7 Jahre: der Wortschatz wächst
7 Jahre bis ins Teenageralter: Fähigkeiten verfeinern
Wenn ihr zu Hause zwei Sprachen sprecht und dein Kind in einer dritten zur Schule geht, so wie unser Sohn, helfen ein paar Dinge:
Bücher
Online-Communities
Kulturelle Angebote
Nein. Andere Familien setzen auf „Minderheitensprache zu Hause“ (alle sprechen zu Hause die Familiensprache und draußen die Schulsprache) oder geben jeder Sprache eigene Zeiten und Orte. Wähl das, was deine Familie über Jahre durchhalten kann; Beständigkeit zählt mehr als die Methode.
Zweisprachige Kinder erreichen die Meilensteine bei den ersten Wörtern und Sätzen in etwa im selben Zeitraum wie andere Kinder, auch wenn sich ihre Wörter auf zwei Sprachen verteilen. Wenn dein Kind in beiden Sprachen hinterherzuhinken scheint oder du dir Sorgen machst, sprich mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt oder mit einer Logopädin, die Erfahrung mit zweisprachigen Kindern hat – so wie wir.
Nein. Mischen gehört ganz normal dazu, wenn ein Kind zweisprachig wird. Antworte in deiner Sprache, verwende das Wort, das deinem Kind gefehlt hat, und lass es hören, wie es richtig klingt. Mit der Zeit trennt es seine Sprachen.
Ja. Viele Kinder wachsen mit zwei Familiensprachen und einer dritten in der Schule auf. Sorg dafür, dass jede Sprache regelmäßig genug genutzt wird, und hab Geduld: Die dritte Sprache beginnt oft mit einer stillen Phase des Zuhörens.
Nein. Früher ist leichter, aber Kinder bleiben bis weit in die Schulzeit hinein starke Sprachlerner. Ein Kind, das jeden Tag ein bisschen übt, macht in jedem Alter stetige Fortschritte.
Ein Kind zweisprachig großzuziehen ist ein langes Projekt – und ein lohnendes. Bleib konsequent, rechne mit den typischen Phasen (Mischen, stille Phasen, Antworten in der „falschen“ Sprache) und feiere jedes neue Wort. Du bringst deinem Kind nicht nur eine Sprache bei; du schenkst ihm die Möglichkeit, zu beiden Seiten der Familie und zu einem größeren Teil der Welt dazuzugehören.
Wenn wir sehen, wie unser Sohn mit beiden Seiten seiner Familie spricht, ist das jede Mühe wert. Wenn du Unterstützung möchtest, damit eine Sprache fester Teil im Alltag deines Kindes bleibt, schau dir an, wie Voiczy funktioniert: ein paar Minuten Sprechtraining am Tag in 19 Sprachen, von Eltern für Eltern entwickelt.